Mekkas der Moderne jetzt als E-Book: mit Farbfotos und Karten, ohne DRM

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Da die Papierauflage irgendwann zur Neige geht, legen wir nun das E-Book vor, erhältlich über alle gängigen E-Book-Portale (wie Amazon oder E-Books.de).

Die elektronische Ausgabe ist ideal zum Lesen unterwegs am Tablet oder Handy, auch durch die Links auf Onlinekarten.

Außerdem haben wir die digitale Neuauflage erweitert um zusätzliche Farbfotos, klickbare Querverweise der Kapitel untereinander und Videolinks. Der Preis ist mit 5,99 Euro deutlich günstiger als die Papierausgabe (24,90 Euro).

Wir haben auf digitale Kopiersperren (DRM) verzichtet, um den Austausch der Leser untereinander über Plattformen wie Twitter, Facebook oder Readmill zu erleichtern. Etwaige Gewinne aus dem Verkauf dieses E-Books spenden wir der Wikimedia Foundation.

Ein Ende dieser Expedition ist nicht erkennbar. Aber ein Ziel: Gute Reise!

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Inhaltsverzeichnis von “Mekkas der Moderne”: An 76 Orten um die Welt

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In 76 Kapiteln führen bekannte Schriftsteller, Forscher und Journalisten quer durch den Kosmos der globalisierten Wissensgesellschaft.  Über 50 der Kapitel sind “nachgedruckt” und kostenlos online lesbar. Sie laden ein zum Entdecken und Genießen, zum Nachreisen oder Querlesen. Zum Mitdenken, zum Widerspruch und zu der Frage: Was wären denn eigentlich meine ganz persönlichen Mekkas der Moderne?

Mit Beiträgen von Irenäus Eibl-Eibesfeld, Peter Glaser, Steve Wozniak, Harald Lesch, Jürgen Kaube, Ernst Peter Fischer, Ilija Trojanow, Wilfried F. Schoeller, David Wagner, Jakob Strobel y Serra, Uwe Wesel, Michael Rutschky, Gundolf S. Freyermuth und anderen.

 

Inhalt

I      AUFBRUCH – Meilensteine und Wegweiser

1 Cape Canaveral, Florida: Das Kap der hohen Hoffnung (Peter Glaser)

2 Das Goethehaus in Weimar: Odyssee am Frauenplan (Harald Lesch, Hilmar Schmundt)

3 Der Nuvvuagittuq-Grünsteingürte, Québec: Fundament der Tiefenzeit (Jürgen Schönstein)

4 Mona Lisa, Paris: Digitale Bilderverehrung und delegiertes Erleben (Lars Blunck)

5 Galápagos: Labor der Evolution (Irenäus Eibl-Eibesfeldt) ______ Weiterlesen

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“Mekkas der Moderne” ausgezeichnet als “Wissenschaftsbuch des Jahres”

Die Jury von “bild der wissenschaft” hat “Mekkas der Moderne” zum Wissenschaftsbuch des Jahres gekürt in der Kategorie Weiterlesen

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Das Jüngste Gericht: Uwe Wesel über den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

Wieder einmal rügt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Deutschland. Spiegel online schreibt:

“Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in vier Fällen die Sicherungsverwahrung in Deutschland gerügt. Diese Maßnahme sei ein Verstoß gegen das Recht auf Freiheit und Sicherheit der Menschenrechtskonvention, hieß es in dem Urteil am Donnerstag in Straßburg. Der Gerichtshof stellte zudem fest, dass das sogenannte Rückwirkungsverbot – “keine STrafe ohne Gesetz” – nicht eingehalten worden sei.”

Doch was steckt hinter dieser eigenartigen Gerichtsinstanz, die sich immer wieder mit den mächtigsten Institutionen und Staaten anlegt, was hält sie am laufen, auf welcher Grundlage operiert sie? Der Rechtshistoriker Uwe Wesel schreibt in seinem Kapitel in “Mekkas der Moderne” über “das Jüngste Gericht”:

“Drei gläserne Türme scheinen sich ineinander zu schieben, sie überlagern und durchkreuzen sich. Wie eine Kunsthalle oder ein Theater beschwören sie Flexibilität und Offenheit, aber auch Erhabenheit und Erbauung. Wenn das universelle Menschenrecht einen Sitz hätte, dann vielleicht noch am ehesten hier, direkt am Wasser im Europaviertel.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, kurz: EGMR, in Straßburg ist kein Justizpalast der alten Schule, wie etwa der IGH, der Internationale Gerichtshof im “Friedenspalast” in Den Haag. Keine trutzige Burg des Rechts, das mit steinerner Einschüchterungsarchitektur seine Souveränität unterstreicht. Der EGMR in Straßburg will offensichtlich anders sein, weltoffen, modern und seine Richtersprüche eher Vorbild und Lockung, weniger Strafe und Drohung. Tagsüber spiegelt die Glasfassade den hohen Himmel wieder, bei Sonnenuntergang zeigt sie bisweilen romantische Rottöne. Dies soll ein Ort der Klärung sein, der Hoffnung, der Aufklärung. Hier wird eine höhere Gerechtigkeit verkündet als die der Staaten: Naturrecht, Menschenrechte.

Weil der EGMR anders sein will, schmückt er sich nicht mit der üblichen Heraldik: Keine Justitia, keine Waage, kein Buch. Als Logo dient ihm stattdessen eine Abbildung des Gebäudes selbst. Stolz trägt es seine architektonische Modernität vor sich her – sozusagen das jüngste Gericht.

Der Verhandlungssaal, im mittleren der drei runden Glas-Silos, ist noch erstaunlicher als die Fassade: Hier sitzen die Vertreter von Anklage und Verteidigung, und dazu das riesige Gremium von Richtern: Fünfzig Sitze an einem endlos langen gerundeten Tisch, jeweils einer für jedes Land, das die Menschenrechtskonvention des Europarates unterzeichnet hat. Das jüngste Gericht sieht innen weniger wie ein Gericht aus, sondern eher wie der Tagungssaal des Europarates, der auf der anderen Seite des Kanals liegt. Der EMGR ist der juristische und moralische Arm des Europarates: Gerichtsstand, Weiterlesen

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Interaktive Weltkarten mit Mekkas der Moderne: “Rayuela 2.0″

“Der Aufbau des Bands trägt der im Titel erwähnten Moderne Rechnung: Der Leser kann sich entweder von vorne bis hinten durcharbeiten, sich über eine Weltkarte selbst den Ort der nächsten »Landung« aussuchen — oder aber einer vorgeschlagenen Route folgen. Es scheint, als hätte Julio Cortázars nach demselben Prinzip verfasster Roman »Rayuela« Pate gestanden.”

-Claudia Reinert in EPOC (Ausgabe 1/2011)


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Steve Wozniak zum 60. Geburtstag

Im Buch “Mekkas der Moderne” berichtet Steve Wozniak, (“the other Steve”) über Legenden und Mythen rings um die berühmte Apple-Garage:

“Viele Leute glauben, dass wir den Apple-Computer 1975 in einer Garage entwickelt haben. Aber die verwechseln wahrscheinlich die Geschichte von Apple mit der Geschichte von Bill Hewlett und Dave Packard, die tatsächlich 1939 in Palo Alto in einer Garage anfingen.

Bei uns war das anders. Wir bauten die ersten Apple-Computer Weiterlesen

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Eingeordnet unter Freistil, Geheime Labyrinthe, Laboratorium, Technik

Antarktis: Flucht zu sich selbst

Gerald Traufetter berichtet in einem Film auf Spiegel online über seine Eindrücke aus der Antarktis und schreibt in seinem Kapitel aus dem Buch: “Die gleichförmige Fläche kann einen in seltsame Trancezustände versetzen. Antarktis-Fahrer erzählen sich gern, wie der amerikanische Admiral Richard Byrd auf seine erste Südpolar-Expedition zwei Särge und zwölf Zwangsjacken für seine Mannschaft mitnahm.”

HIER GEHT ES ZUM KAPITEL

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Das Buchthema im Schnelldurchlauf als Film

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Leseprobe als pdf zum Herunterladen

Das gesamte Buch auf  Google Books (leider ohne Fotos)

100 Seiten Leseprobe als pdf auf googledocs,

als pdf von Hotfile,

als Dokument auf issuu

oder slideshare


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Mekkas der Moderne als E-Book

Hilmar:

Mekkas der Moderne jetzt auch als E-Book, mit Farbfotos, Links, Onlinekarten, ohne DRM.

Ursprünglich veröffentlicht auf Hilmar Schmundt:

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Da die erste Papierauflage irgendwann zur Neige geht, legen wir nun das E-Book vor, erhältlich über alle gängigen E-Book-Portale (wie Amazon oder E-Books.de). Die elektronische Ausgabe ist ideal zum Lesen unterwegs am Tablet oder Handy, auch durch die Links auf Onlinekarten. Außerdem haben wir die digitale Neuauflage erweitert um zusätzliche Farbfotos, klickbare Querverweise der Kapitel untereinander und Videolinks. Der Preis ist mit 5,99 Euro deutlich günstiger als die Papierausgabe (24,90 Euro).

Wir haben dabei auf digitale Kopiersperren (DRM) verzichtet, um den Austausch der Leser untereinander über Plattformen wie Twitter, Facebook oder Readmill zu erleichtern. Mit diesem “Social Reading” beginnt ein neues Kapitel für unser Projekt. 

Etwaige Gewinne aus dem Verkauf dieses E-Books spenden wir der Wikimedia Foundation.

Ein Ende dieser Expedition ist nicht erkennbar. Aber ein Ziel: Gute Reise!

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Statistik der Zugriffszahlen auf dies Blog

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Die Zugriffsstatistik auf das Mekkas-Blog zeigt deutlich ein paar Ausschläge im ersten Jahr, als etliche Rezensionen, Nachdrucke und Radiointerviews erschienen. Dann eine Stabilisierung im zweiten Jahr, jeweils ein Ansteigen des Interesses im Winter. Danach eine stetige Abnahme. Es wäre interessant, diese Statistik mit Verkaufszahlen des Buches zu korellieren.

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Happy Birthday, Johann Wolfgang von

Goethes Haus am Frauenplan lässt sich neu entdecken: als eine Art Forschungslabor der Naturwissenschaften. Vergesst das Junozimmer, geht in den Garten: Zwischen Gemüse und Blumen entwickelte Goethe eine Art Blaupause einer Evolutionstheorie der Pflanzen – und der Sterne. Nachts stellte er hier Teleskope auf. Die Entdeckung der Dunklen Materie durch Fritz Zwicky basiert auf Goethes Ansätzen. Ab in die Rabatten, Sterne gucken.

 Einer der Gartenpfade macht einen Umweg übers Weltall: Seit bald achtzig Jahren jagen Astronomen der Dunklen Materie hinterher, seit der schweizer Astrophysiker Fritz Zwicky 1933 den Begriff prägte. Der begeisterte Bergsteiger entdeckte 123 Supernovae und schoss für die Amerikaner 1957 das erste Objekt ins All. Das Werden und Vergehen von Sternen beschrieb er als lebendigen Prozess, wie ihn einst Goethe in der Morphologie der Pflanzen vorgeführt hatte. Lange Zeit stießen seine Ideen auf Ablehnung. Erst heute kommt man dem Rätsel der Dunklem Materie näher.

Aber wie kam Zwicky denn überhaupt auf den schrägen Einfall, das Universum bestehe zum großen Teil aus unsichtbarer Materie? Eine der Spuren führt eindeutig zum Goethehaus am Frauenplan. Weniger ins Junozimmer als in den Garten.

Goethes Haus ist angelegt als Forschungsmuseum, Privatakademie, Institute for Advanced Study. Auf dem Flügel im Junozimmer spielt der jugendliche Felix Mendelssohn. Der Salon als Weltausstellung im Kleinen. Antike und Tagespolitik, Exotik und Provinz sind hier auf kleinstem Raum versammelt. Er ist ein leidenschaftlicher Leser des Koran, fordert statt einer Nationalliteratur eine Weltliteratur und postuliert im “West-Östlichen Diwan”: “Wer sich selbst und andere kennt / Wird auch hier erkennen: / Orient und Okzident / Sind nicht mehr zu trennen”.

Da es noch keine Fernleihe gibt zu seiner Zeit, kein Internet, müssen Salons wie die seinen herhalten als Kommunikationszentrale. Man liest sich Gedichte und diskutiert über den Zwischenkieferknochen, man spielt Theater und streitet sich über die Natur des Lichts. Ein gutes Argument, ein treffendes Bild, von irgendjemand in die Runde geworfen, taucht später oft in Goethes Gedichten oder Aufsätzen auf. Von wem etwas ist, wen kümmert’s, Plagiarismus, who cares. Ein Gräuel für heutige Urheberrechtsschützer und Patentanwälte. Manchmal weiß er selbst nicht mehr, ob ein Gedicht von ihm stammt oder nicht. Goethes Salon ist eine Sensation: Entertainment und Experiment, Forschung und Show. 

Der Streit ums Licht: wieder so ein Schauboxen ums Grundsätzliche. Als Widersacher sucht er sich erneut einen britischen Wissenschaftsstar aus: Isaac Newton. Der hatte hundert Jahre zuvor einen weißen Lichtstrahl mit Hilfe von Prismen zerlegt in einzelne Primärfarben. Goethe dagegen beschreibt in seiner “Farbenlehre” das Licht als sinnliche Erfahrung mit Wirkung auf die Seele. Dafür wird er heute oft belächelt. Dabei liegt er eigentlich nicht falsch, sondern nur anders. Newton beschreibt die Physik, Goethe die Physiologie. Aber er überreizt sein Blatt im theatralischen Duell mit einem Toten. Der Tote gewinnt, Goethe gilt heute in diesem Punkt als widerlegt.

Nachts stehen sie zwischen Spargel, Löwenzahn, Topinambur, Rapontica, Pastinake und beobachten den Mond: “Es erregt die merkwürdigsten Gefühle, wenn man einen so weit entfernten Gegenstandt so nahe gerückt sieht, wenn es uns möglich wird, den Zustand eines 50.000 Meilen von uns entfernten Körpers mit so viel Klarheit einzusehen.” Im April lädt er Schiller erneut zu einer astronomischen Partie ein. Er hat einen Frauenplan: “Es war eine Zeit, wo man den Mond nur empfinden wollte, jetzt will man ihn sehen. Ich wünsche, dass es recht viele Neugierige geben möge, damit wir die schönen Damen nach und nach in unser Observatorium locken.”

Ein kleines, barockes Gartenhaus: die mineralogische Sammlung. Das Herzstück des Museums – und daher verriegelt. Die über 160.000 jährlich eintreffenden Besucher würden die Sammlung nur durcheinanderbringen. Die Mineralogie war damals schwer in Mode, seit Goethe mit seiner Liebe zum “öden Steinreich” halb Weimar ansteckte.

Wie Paläontologen, die versteinerte Knochen studierten, um das Leben urzeitlicher Tiere zu rekonstruieren, kartieren Astronomen heute die fossile Hintergrundstrahlung, den Nachhall des Urknalls. Mit fliegenden Weltraum-Teleskopen vermessen Astrophysiker heute das Werden und Vergehen von Galaxien, die Geburt von schwarzen Löchern und den Sternentod. All das erscheint wie eine Fortsetzung von Goethes Vision einer atmenden, sich wandelnden Mitwelt. Selbst Albert Einstein hat mit derlei Dynamik anfangs Probleme. Er ist zunächst ein überzeugter Anhänger eines statischen Universums – und somit ein entschiedener Gegner eines aus einem Uratom gewachsenen Kosmos, wie ihn die Urknalltheorie annimmt. Erst 1930 lässt sich Einstein umstimmen und beschreibt die Hypothese eines Urknalls als schönste und beste Erklärung der Entstehungsgeschichte des Alls.

Spurenelemente seines Denkens finden sich jede Woche in der Zeitung: Sterngeburten und Sternentod, Epigenetik und Klimawandel. Die Wissenschaftszeitschrift “Nature” verdankt ihren Namen einem Gedicht von Goethe. Darin schreibt er über die Natur:

Ihr Schauspiel ist immer neu, weil sie immer neue Zuschauer schafft. Leben ist ihre schönste Erfindung, und der Tod ist ihr Kunstgriff, viel Leben zu haben.

Twitter: @hilmarschmundt

(Eine längere Version  lässt sich nachlesen bei Telepolis).

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Am Anfang war Bologna. Ein kulinarisches Plädoyer wider den modular-molekularen Stundenplan und für das Ragù

Von Rainer Maria Kiesow

Am Anfang war Bologna. Bologna »la dotta«, die Gelehrte. Die älteste Universität. Na ja, jedenfalls dann, wenn man das europäische Mittelalter als Beginn der universitären Zeitrechnung nimmt. Also: Bologna ist die älteste Universität, jedenfalls Europas, was auch immer Europa heißen mag. Paris und die Sorbonne lassen wir mal beiseite. So genau weiß man das eben nicht, und es kommt wie immer auf die Interpretation an: Wann zum Beispiel ist eine Universität eine Universität und nicht bloß, sagen wir, eine Schule? Wie dem auch sei, 1088 ist ein feines Datum, also: Bologna 1088, das ist der Anfang. Weiterlesen

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Kew Gardens: Mekkas der botanischen Globalisierung. Und des Flugverkehrs.

 

In einem Artikel von Peter Sager (“Flora im Glaspalast”, siehe unten) klingt es fast so, als wäre Kew Gardens aus der Welt gefallen, ein stiller Hort akademisch-botanischer Einkehr. Wer die Gärten besucht, dürfte sich nach der Lektüre wundern. Im Minutentakt donnern Jets aus aller Welt auf die Landeebahn des Flughafens Heathrow zu. Gespräche werden so interessant punktiert, wie mit einer Sanduhr wird der Fluss der Zeit markiert durch das Düsendonnern. Das ist auf seine Art stimmig. Kew war einst Inbegriff der kolonialen Globalisierung, eine Weltrepublik des Pflanzenreichs, von tropischen Palmen in Gewächshäusern bis hin hochalpinen Blumen, die künstlich aus Metallrohren mit einem frostigen Lufthauch gekühlt werden. Nun wird am Himmel über den Globalgärten weiterglobalisiert. Im Minutentakt unterbrechen wir das Gespräch, schauen empor. Und staunen.

 

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Bletchley Park: Noch so ein Mekka der Computerkultur

Der Computer, an dem Sie dies betrachten, verdankt den Vorarbeiten viel, die der Mathematiker Alan Turing hier geleistet hat, in der kleinen grünen Hütte in Bletchley Park.

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Turing arbeitete damals an einer automatischen Methode, um den deutschen Enigma-Code zu knacken. Die Vorarbeiten dazu allerdings drehten sich um ein rein mathematisch-philosophisches Rätsel, das sogenannte Entscheidungsproblem. Bletchley Park ist ein eigenartiger Ort. Er huldigt natürlich dem Mathematiker, zeigt Fotos von ihm, eine Statue, sogar seinen Teddybär. Nachbauten seiner Rechenmaschinen sind zu sehen. Doch das Sammelsurium der Ausstellung wirkt zunächst verwunderlich. Auf Tassen steht “Enigma” gedruckt – dabei war das doch das Codiersystem der Wehrmacht. Auch das Kino ist nach Enigma benannt. Auf anderen Tassen sind Reproduktionen von Lebensmittelmarken zu sehen – ein Symbol der Mangelwirtschaft. Beide Motive verwundern zunächst. Neben dem Kernbereich der Ausstellung sind Oldtimer zu sehen und sogar die alten Fahrradständer von damals. Hier wird nicht in erster Linie der Aufbruch ins Computerzeitalter gefeiert, die Sehnsucht nach der technischen Perfektibilität der Gesellschaft gemäß der kalifornischen Ideologie, wie sie etwa von “Wired” zelebriert wird. Bletchley Park blickt nicht nach vorne, sondern zurück. Im Zentrum steht ein nostalgischer Patriotismus, der eine einst große Nation feiert, vereint durch die Kriegsanstrengung. Gerne wird in Bletchley Park geheiratet. Weil alles so schön altmodisch wirkt. Als sei damals die Welt noch heil gewesen. Der Andenkenschop quillt über von süßlichen Nostalgieprodukten: Keksen aus Bletchley Park und natürlich auch Tee mit dem Logo des Museums, garniert mit dem Spruch: “You can’t beat a cuppa in a crisis”.

In 10 Minuten zum Experten: Hier der “Instant Expert” zum Thema Turings Erbe, zusammgengestellt vom “New Scientist”.

 

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